Kurz gesagt: 247 Klicks in sechs Monaten klingen nach wenig. Für einen regionalen Dienstleister mit hohem Auftragswert sind sie es nicht. Die Impressionen stiegen im selben Zeitraum um 249 Prozent, die Klicks um 96 Prozent, die durchschnittliche Position von 14,6 auf 11,2. Die Klickrate liegt bei 1,9 Prozent und damit doppelt so hoch wie bei vielen Online-Shops. Entscheidend waren Ortsseiten fürs Ruhrgebiet und Ratgeber zu echten Problemen.
Ich bin Andreas Böhm und mache seit 2010 Suchmaschinenoptimierung. Diese Fallstudie zeigt bewusst kleine Zahlen. Die meisten Betriebe, mit denen ich arbeite, bewegen sich in genau dieser Größenordnung, und ich halte es für ehrlicher, das zu zeigen, als nur die größten Projekte. Daten aus der Google Search Console, 4. Mai bis 22. Oktober 2026, veröffentlicht mit Zustimmung des Kunden.
Die Zahlen
| Kennzahl | Erste 30 Tage | Letzte 30 Tage | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Klicks | 27 | 53 | +96 % |
| Impressionen | 1.208 | 4.216 | +249 % |
| Durchschnittsposition | 14,6 | 11,2 | 3,4 Plätze besser |
Über sechs Monate: 247 Klicks bei 13.032 Impressionen, Klickrate 1,9 Prozent. 96 Prozent der Klicks kamen aus Deutschland. Die Verteilung zwischen Handy und Computer ist mit 139 zu 104 Klicks fast ausgeglichen, anders als bei den meisten lokalen Betrieben. Hausverwaltungen und Vermieter recherchieren offenbar am Schreibtisch.
Warum 247 Klicks hier genug sind
Die Frage stellt sich bei dieser Größenordnung zu Recht. Die Antwort liegt in der Suchabsicht. Wer „wo kann man klingelschilder machen lassen“ oder „namensschild gravieren lassen“ tippt, will nicht stöbern, sondern beauftragen. Solche Anfragen sind selten, führen aber überdurchschnittlich oft zu einem Auftrag, und bei Hausverwaltungen hängt an einem Erstauftrag oft eine ganze Liegenschaft.
Deshalb ist die absolute Klickzahl für sich genommen wertlos. Entscheidend ist, wie viele davon anfragen und was ein Auftrag wert ist. Zum Vergleich: Ein Online-Shop in einer anderen Fallstudie kam im selben Zeitraum auf 14.847 Klicks, aber mit halb so hoher Klickrate und deutlich kleineren Warenkörben. Zwei völlig verschiedene Geschäftsmodelle, zwei völlig verschiedene sinnvolle Kennzahlen.
Was funktioniert hat
| Seite | Klicks | CTR | Position |
|---|---|---|---|
| Startseite | 79 | 2,5 % | 12,2 |
| Vorlage für Namensschilder | 40 | 1,7 % | 25,0 |
| Ersatzteile | 15 | 3,3 % | 9,0 |
| Ratgeber: Wer ist zuständig für das Klingelschild | 14 | 0,8 % | 7,1 |
| Ortsseite Hagen | 10 | 14,7 % | 5,4 |
| Ortsseite Gelsenkirchen | 8 | 6,3 % | 11,3 |
Die beiden Ortsseiten sind der interessanteste Posten. Sie bringen nur zehn und acht Klicks, haben aber mit 14,7 und 6,3 Prozent die mit Abstand beste Klickrate der ganzen Seite. Wer bei „Klingelschilder Hagen“ sucht, klickt fast immer. Das ist der Beleg dafür, dass Ortsseiten funktionieren, wenn sie echten Inhalt für den jeweiligen Ort haben und nicht nur eine Vorlage mit ausgetauschtem Stadtnamen sind.
Die Ratgeber-Artikel arbeiten anders: viele Impressionen, wenig Klicks, dafür gute Positionen. „Klingelanlage defekt, was tun“ steht auf Position 9 und holt 1.577 Impressionen bei zehn Klicks. Diese Artikel verkaufen nichts direkt, sorgen aber dafür, dass die Seite bei Google und in KI-Antworten als zuständig für das Thema erkannt wird.
Sichtbarkeit in KI-Antworten
Im Bericht zu generativer KI stehen für den Zeitraum ab Mitte Mai 1.018 Impressionen. Interessanter als die Summe ist der Verlauf: Bis Ende August lag der Wert bei etwa fünf Impressionen am Tag, seit September bei 15 bis 30. Eine Verdreifachung innerhalb weniger Wochen, parallel zur Arbeit an den Ratgeber-Inhalten.
Das deckt sich mit dem, was technisch dahintersteckt: Inhalte, die eine konkrete Frage klar beantworten, sind das Material für KI-Antworten. Nachzulesen unter RAG einfach erklärt.
Was die Zahlen nicht sagen
Auf einer kleinen Datenbasis sind Prozentwerte mit Vorsicht zu genießen. Von 27 auf 53 Klicks sind rechnerisch 96 Prozent, in absoluten Zahlen aber 26 Klicks. Eine einzelne gute Woche verschiebt solche Werte spürbar. Verlässlicher ist der Impressionsverlauf, weil er auf deutlich größeren Zahlen beruht und über Monate in eine Richtung zeigt.
Außerdem gilt hier wie überall: Search-Console-Daten zeigen Sichtbarkeit, keine Aufträge. Wie viele dieser 247 Klicks zu einer Anfrage geführt haben, weiß nur der Betrieb selbst.
Was davon übertragbar ist
- Kleine Zahlen können reichen. Entscheidend ist der Wert eines Auftrags, nicht die Besucherzahl. Zehn Klicks mit Auftragsabsicht schlagen tausend Klicks aus Neugier.
- Ortsseiten brauchen echten Inhalt. Die beiden besten Klickraten der ganzen Website kommen von Ortsseiten. Das funktioniert, weil dort tatsächlich etwas über den Ort steht.
- Ratgeber zahlen indirekt ein. Sie bringen wenig Klicks, machen die Seite aber für Google und KI-Systeme als Fachquelle erkennbar.
- Nicht jeder Betrieb ist mobil. Hier klickt fast die Hälfte am Computer, weil Hausverwaltungen im Büro recherchieren. Die eigene Zielgruppe schlägt jede Faustregel.
Mehr zu lokaler Sichtbarkeit unter Local SEO im Ruhrgebiet und Google-Maps-Ranking verbessern.
Was kostet das bei mir?
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