Kurz gesagt
Für einen kleinen Betrieb mit einer Handvoll Seiten ist der Baukasten selten der Grund, warum er bei Google nicht gefunden wird. Titel, Beschreibungen, Überschriften und Inhalte lassen sich bei Wix, Jimdo und IONOS pflegen, und bei lokalen Suchen zählt das Google-Unternehmensprofil ohnehin oft mehr. Eng wird es, wenn die Seite wächst: viele Leistungs- oder Ortsseiten, ein größerer Shop, mehrere Sprachen.
Die Frage kommt meistens von Betrieben, die ihre Seite irgendwann selbst bei Wix, Jimdo oder IONOS zusammengeklickt haben: „Muss ich auf WordPress umsteigen, damit Google mich findet?“ Meine Antwort lautet in den meisten Fällen: nein, jedenfalls nicht deswegen.
Damit du das einordnen kannst: Ich baue selbst Websites mit WordPress und würde an einem Wechsel also verdienen. Gerade deshalb will ich ehrlich sagen, wann er sich lohnt und wann nicht.
- Hat jede Seite einen eigenen Titel und eine Beschreibung?Das geht in jedem gängigen Baukasten.
- Gibt es für jede Leistung eine eigene Seite?Wichtiger als das System dahinter.
- Ist die Search Console verbunden?Ohne sie siehst du nicht, was Google sieht.
- Stehen die wichtigen Infos als Text auf der Seite?Text in Bildern liest weder Google noch eine KI.
- Ist dein Unternehmensprofil gepflegt?Bei lokalen Suchen oft der größere Hebel.
Kann eine Baukasten-Website bei Google ranken?
Ja. Google bewertet, was auf der Seite steht und wie gut sie zur Suche passt, nicht das System, mit dem sie gebaut wurde. Auch Baukasten-Seiten können lokal gut ranken.
Für einen Handwerksbetrieb mit fünf bis zehn Seiten entscheiden andere Dinge: ob es für jede Leistung eine eigene Seite gibt, ob die Texte die Fragen der Kunden beantworten und ob das Google-Unternehmensprofil gepflegt ist. Das kannst du in jedem gängigen Baukasten umsetzen.
Wenn deine Baukasten-Seite gar nicht gefunden wird, liegt es so gut wie nie am Baukasten. Geh zuerst die Punkte aus meinem Artikel Warum rankt meine Website nicht bei Google? durch.
Was solltest du in deinem Baukasten auf jeden Fall einstellen?
Pro Seite einen eigenen Seitentitel und eine Beschreibung, eine sprechende Adresse, Alternativtexte für Bilder und die Verbindung zur Google Search Console. Die Felder findest du meist in den SEO-Einstellungen der jeweiligen Seite.
- Ein Seitentitel, der Leistung und Ort nennt, zum Beispiel „Fliesenleger in Marl | Fliesen Müller“ statt „Startseite“.
- Eine Beschreibung von ein, zwei Sätzen, die zum Klicken einlädt. Google übernimmt sie nicht immer, aber oft.
- Eine Adresse wie
/fliesen-verlegen-marl/statt/seite-3/. - Eine Hauptüberschrift pro Seite, die sagt, worum es geht.
- Bilder, die du vor dem Hochladen verkleinerst und kurz beschreibst. Wie das geht, steht im Artikel Bilder für die Homepage optimieren.
- Die Verbindung zur Search Console. Die meisten Baukästen bieten dafür eine einfache Verknüpfung oder ein Feld für den Bestätigungscode.
Achte außerdem auf Apps und Erweiterungen. Jedes zusätzliche Widget, ob Chatfenster, Bewertungsslider oder Instagram-Feed, kann die Seite auf dem Handy langsamer machen. Was du nicht wirklich brauchst, fliegt raus.
Wo stoßen Baukästen an Grenzen?
Bei technischen Feinheiten und wenn die Seite wächst. Je nach Anbieter und Tarif lassen sich strukturierte Daten, Weiterleitungen, Mehrsprachigkeit oder die Adressstruktur nur eingeschränkt anpassen.
Für eine kleine Seite spielt das kaum eine Rolle. Spürbar wird es, wenn du viele Leistungs- und Ortsseiten sauber gliedern willst, einen Shop mit vielen Produkten betreibst, mehrere Sprachen brauchst oder eigene strukturierte Daten einbauen möchtest, etwa für FAQs.
Welche Grenze bei dir gilt, hängt stark vom Anbieter und vom Tarif ab, und die Funktionen ändern sich laufend. Schau deshalb in die Hilfe deines Anbieters, bevor du nur wegen einer einzelnen Funktion wechselst. Manches, was vor zwei Jahren nicht ging, geht heute.
Was ist das größte Risiko bei einem Wechsel?
Der Umzug selbst. Baukästen lassen sich meist nicht einfach exportieren, ein Wechsel ist praktisch ein Neubau. Wer dabei die alten Adressen nicht weiterleitet, verliert seine Rankings.
Wix und Jimdo bieten nach meinem Stand keinen Export der kompletten Website an. Du baust die neue Seite also neu auf und überträgst Texte und Bilder von Hand. Das ist machbar, kostet aber Zeit oder Geld.
Der wichtigste Punkt dabei: Jede alte Adresse, die bei Google gefunden wird, braucht eine Weiterleitung auf die passende neue Seite. Sonst fängst du bei Google wieder von vorn an. Was dabei typischerweise schiefgeht, steht im Artikel zum Traffic-Verlust nach einem Relaunch.
Rechne beim Wechsel also nicht nur die Baukasten-Gebühr gegen die Hosting-Kosten. Rechne auch die Zeit für den Umzug und die Pflege danach. Eine WordPress-Seite braucht regelmäßige Updates und ab und zu jemanden, der sich kümmert.
Wann lohnt sich ein Wechsel wirklich?
Wenn deine Pläne die Grenzen des Baukastens sprengen, zum Beispiel deutlich mehr Seiten, ein richtiger Shop oder Funktionen, die dein Anbieter nicht kann. Nicht aber, nur weil jemand sagt, mit WordPress rankt man besser.
Gute Gründe sind ein geplanter Ausbau auf viele Leistungs- und Ortsseiten, ein Shop mit großem Sortiment, mehrere Sprachen oder eine konkrete Funktion, die du brauchst und die dein Anbieter nachweislich nicht hat.
Schlechte Gründe sind dagegen, dass deine Seite gerade nicht gefunden wird (die Ursache liegt fast immer woanders), dass eine Agentur dir den Wechsel ohne Analyse empfiehlt, oder dass das Design alt aussieht. Eine neue Vorlage bekommst du meistens auch im Baukasten.
Spielt der Baukasten für ChatGPT und KI-Suchen eine Rolle?
Kaum. KI-Systeme lesen, was als Text auf der Seite steht. Wichtig ist, dass deine Leistungen, dein Ort und deine Kontaktdaten als normaler Text dastehen und nicht nur in Bildern.
Ein häufiger Fehler bei Baukasten-Seiten: Die wichtigsten Infos stecken in einer schön gestalteten Grafik. Für Menschen sieht das gut aus, für Google und KI-Systeme ist die Fläche leer. Schreib Leistungen, Einzugsgebiet und Telefonnummer deshalb immer auch als Text auf die Seite. Was KI-Systeme darüber hinaus brauchen, erkläre ich in der Anleitung zur GEO-Optimierung.
Bleiben oder wechseln: die Übersicht
| Deine Situation | Meine Empfehlung |
|---|---|
| Kleiner Betrieb, 1 bis 10 Seiten, lokales Gebiet | Bleiben, Inhalte und Unternehmensprofil verbessern |
| Seite wird gar nicht gefunden | Bleiben, zuerst Indexierung und Inhalte prüfen |
| Viele Leistungs- und Ortsseiten geplant | Grenzen deines Tarifs prüfen, Wechsel kann sinnvoll sein |
| Shop mit vielen Produkten | Ein spezialisiertes Shopsystem prüfen |
| Mehrere Sprachen nötig | Prüfen, was dein Anbieter kann, sonst wechseln |
| Design wirkt veraltet | Erst eine neue Vorlage im Baukasten testen |
Häufige Fragen
Rankt WordPress besser als Wix?
Nicht automatisch. WordPress bietet mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Stellen, an denen etwas schiefgehen kann. Für das Ranking zählen vor allem Inhalte und Struktur, nicht das System.
Brauche ich mit einem Baukasten eine eigene Domain?
Ja, das solltest du. Die gängigen Anbieter ermöglichen eine eigene Domain in den bezahlten Tarifen. Eine Adresse auf einer Subdomain des Anbieters wirkt weniger professionell und gehört dir nicht.
Was kostet ein Wechsel vom Baukasten zu WordPress?
Das hängt von der Zahl der Seiten ab und davon, ob das Design neu gemacht wird. Wichtiger als der Preis ist, dass die Weiterleitungen von den alten auf die neuen Adressen sauber eingerichtet werden.
Verliere ich beim Wechsel meine Google-Bewertungen?
Nein. Die Bewertungen hängen am Google-Unternehmensprofil, nicht an der Website. Ändert sich deine Domain, trägst du im Profil nur die neue Website-Adresse ein.
Kann ich in einem Baukasten strukturierte Daten einbauen?
Teilweise. Manche Anbieter erzeugen Grunddaten automatisch, eigene Ergänzungen sind je nach Anbieter und Tarif möglich oder nicht. Die Hilfe deines Anbieters sagt dir, was bei dir geht.
Unsicher, ob dein Baukasten reicht?
Im kostenlosen SEO- und GEO-Check schaue ich mir deine Seite an und sage dir, ob die Grenzen deines Baukastens für dich überhaupt eine Rolle spielen. Oft lautet die Antwort: erst einmal nicht.
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