Kurz gesagt: Eine gute SEO-Agentur erkennst du nicht am Auftritt, sondern an fünf Dingen: Sie sagt dir, was sie nicht kann. Sie gibt keine Rankinggarantien. Sie erklärt ihre Maßnahmen so, dass du sie verstehst. Sie bindet dich nicht über Jahre. Und sie fragt nach deinem Geschäft, bevor sie über Keywords spricht. Wer bei einem dieser Punkte ausweicht, ist ein Risiko.
Transparenzhinweis vorweg: Ich bin Andreas Böhm und betreibe selbst eine SEO-Agentur. Lies diesen Text also mit dem Wissen, dass ich befangen bin. Genau deshalb steht weiter unten ein Abschnitt darüber, wann du bei mir nicht richtig bist.
Als ich meine Agentur aufgebaut habe, habe ich mir die Frage aus der Gegenrichtung gestellt: Was müsste eine Agentur bieten, damit ich sie selbst beauftragen würde? Nach über fünfzehn Jahren als SAP-Berater hatte ich genug Dienstleister erlebt, um zu wissen, woran es scheitert. Meist nicht an fehlendem Können, sondern an Intransparenz und daran, dass niemand sagt, was realistisch ist. Die folgende Liste beschreibt nicht mich, sondern das, was ich als Auftraggeber verlangen würde.

Fünf Kriterien, die wirklich zählen
| Kriterium | Frag im Erstgespräch |
|---|---|
| 1. Sie sagt dir, was sie nicht kann | „Wovon rätst du mir in meiner Situation ab?“ |
| 2. Keine Rankinggarantien | „Woran messen wir in sechs Monaten, ob sich das gelohnt hat?“ |
| 3. Sie erklärt verständlich | „Kannst du mir das ohne Fachbegriffe erklären?“ |
| 4. Keine langen Laufzeiten | „Was passiert, wenn ich nach drei Monaten aussteigen will? Gehören mir Inhalte und Zugänge danach?“ |
| 5. Erst dein Geschäft, dann Keywords | Achte darauf: Wie viel im Gespräch geht es um dich und wie viel um die Agentur? |
1. Sie sagt dir, was sie nicht kann
Das wichtigste Signal überhaupt. Eine Agentur, die auf jede Frage „ja, machen wir“ sagt, hat entweder keine Spezialisierung oder keine Ehrlichkeit. Gute Dienstleister grenzen ein: welche Branchen sie kennen, welche Maßnahmen bei dir wenig bringen und wo sie an Grenzen stoßen. Wer auf die Frage, wovon er dir abrät, keine konkrete Antwort hat, hat sich dein Geschäft nicht angesehen.
2. Keine Rankinggarantien
Niemand kontrolliert Googles Ranking. Wer Platz 1 garantiert, meint entweder einen Suchbegriff, den ohnehin niemand eingibt, oder rechnet damit, dass du es nicht nachprüfst. Seriös ist eine Einschätzung mit Begründung, kein Versprechen. Gute Antworten auf die Erfolgsfrage nennen Anfragen und Umsatz, nicht nur Rankings.
3. Sie erklärt so, dass du es verstehst
Fachjargon ist oft ein Schutzschild. Wenn du nach einem Gespräch nicht sagen kannst, was konkret gemacht wird und warum, liegt das selten an dir. Eine Agentur, die ihre Arbeit nicht erklären kann, kann sie entweder nicht begründen oder will nicht, dass du sie prüfst. Die Reaktion auf die Bitte „ohne Fachbegriffe, bitte“ sagt mehr als jedes Portfolio.
4. Keine langen Laufzeiten
SEO braucht Zeit, das rechtfertigt aber keinen 24-Monats-Vertrag. Lange Bindungen schützen die Agentur, nicht dich. Wer gute Arbeit liefert, muss Kunden nicht vertraglich festhalten. Kläre außerdem vorab, dass Inhalte, Zugänge zur Website und zum Google-Profil bei dir bleiben.
5. Sie fragt nach deinem Geschäft, bevor sie über Keywords spricht
Wer sofort mit Suchvolumen und Tools anfängt, verkauft ein Standardpaket. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck. Sie muss zu dem passen, womit du tatsächlich Geld verdienst. Ein Betrieb mit voller Auftragslage braucht etwas anderes als einer, der gerade startet.
Warnsignale, bei denen ich abbrechen würde
- Garantierte Platzierungen oder „Platz 1 in 30 Tagen“
- Kaltakquise per Anruf oder Mail mit angeblichen Fehlern auf deiner Seite
- Preis nur auf Anfrage und auch im Gespräch keine klare Zahl
- Berichte mit vielen Kennzahlen, aber ohne Aussage zu Anfragen
- Keine Auskunft darüber, wer konkret an deinem Projekt arbeitet
- Zugänge zu deiner Website oder deinem Google-Profil bleiben bei der Agentur
- Druck: befristete Rabatte, „nur noch heute“, Abschluss im ersten Gespräch
Mehr zu unseriösen Billig-Angeboten steht unter Günstige Suchmaschinenoptimierung. Wenn du schon eine Agentur hast und unsicher bist, hilft SEO-Agentur wechseln: so prüfst du deine Agentur.
Ehrlich gesagt: Wann du bei mir nicht richtig bist
Ich habe versprochen, auch die Kriterien zu nennen, bei denen ich schlecht abschneide:
- Du brauchst ein Team. Ich arbeite allein. Das heißt: ein Ansprechpartner, aber auch keine Vertretung, wenn ich ausfalle. Wer eine garantierte Reaktionszeit rund um die Uhr braucht, ist bei einer größeren Agentur besser aufgehoben.
- Du willst alle Kanäle aus einer Hand. Google Ads, Social Media, Newsletter, Grafik: Das biete ich nicht. Ich mache SEO und GEO.
- Du bist ein Konzern mit langer Freigabekette. Viele Abstimmungsebenen brauchen Kapazitäten, die ein Einzelunternehmen nicht dauerhaft stellen kann.
- Du suchst jemanden, der einfach macht, was gesagt wird. Ich widerspreche, wenn ich eine Maßnahme für falsch halte.
Wenn du dagegen ein kleines oder mittleres Unternehmen bist, im Ruhrgebiet oder irgendwo in Deutschland, direkten Kontakt schätzt und lieber eine ehrliche Einschätzung als ein großes Versprechen willst, passt es vermutlich. Meine Preise stehen offen auf der Preisseite: ab 249 € im Monat, 3 Monate Mindestlaufzeit, danach monatlich kündbar.
Der praktische Test vor der Beauftragung
Führ mit zwei bis drei Anbietern ein Erstgespräch und stell überall dieselben Fragen aus der Tabelle oben. Achte weniger auf die Antworten selbst als darauf, wer konkret wird und wer ausweicht. Lass dir außerdem eine Referenz nennen, die du anrufen darfst, und ruf dort an.
Und prüf vorab selbst, wie deine Seite dasteht. Wer mit einer groben Bestandsaufnahme ins Gespräch geht, merkt schnell, welcher Anbieter sich die Seite wirklich angesehen hat. Hier kannst du das in fünf Minuten kostenlos testen.
Häufige Fragen zur Wahl der SEO-Agentur
An garantierten Rankings, Kaltakquise mit angeblichen Fehlern auf deiner Seite, fehlender Preisauskunft, langen Vertragslaufzeiten und Zugängen, die bei der Agentur statt bei dir liegen.
Das hängt von Umfang und Wettbewerb ab. Entscheidend ist die Transparenz: Ein seriöser Anbieter nennt vor der Beauftragung eine konkrete Zahl und erklärt, wofür sie steht. Bei mir beginnt die Betreuung bei 249 € im Monat, Mindestlaufzeit 3 Monate.
Das hängt von deinem Bedarf ab. Größere Agenturen bieten Teams, Vertretung und viele Kanäle aus einer Hand. Einzelunternehmer bieten direkten Kontakt und kurze Wege, haben aber begrenzte Kapazität.
Vier Fragen decken das Wichtigste ab: Wovon rätst du mir ab? Woran messen wir den Erfolg in sechs Monaten? Was passiert, wenn ich früh aussteige? Gehören mir Inhalte und Zugänge danach?
Eine kurze Mindestlaufzeit von etwa drei Monaten ist fair, weil SEO Zeit braucht. Danach sollte die Betreuung monatlich kündbar sein. Verträge über 12 oder 24 Monate schützen vor allem die Agentur.
Ein Gespräch, in dem es um dich geht
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